Sicherheitsauswirkungen unterschiedlicher Radverkehrsführungsformen auf den Fußverkehr
Schlagworte:
Verkehrssicherheit, Konfliktanalyse, Unfallauswertung, Radverkehrsführung, Urbane Mobilität, Mobilitätsplanung, NachhaltigkeitAbstract
Der Rad- und Fußverkehrsanteil am Verkehrsaufkommen steigt in vielen Städten kontinuierlich an. Durch die begrenzte Flächenverfügbarkeit entstehen neue Konkurrenzsituationen im öffentlichen Raum, aus denen neue Unfälle und Konflikte in den angeführten, vulnerablen Verkehrsteilnehmer:innengruppen, resultieren. Das Forschungsprojekt SAFENESS (Laufzeit: 01.05.2020 bis 29.02.2024) analysierte die Sicherheitsauswirkungen verschiedener Radverkehrsführungsformen auf den Fußverkehr in den Städten Berlin und Hamburg. Die Methodik umfasste zunächst eine detaillierte Unfallanalyse polizeilicher Unfalldaten (Datengrundlage: 2.700 polizeilich aufgenommene Unfälle mit Rad- Fußverkehrsbeteiligung zwischen 2016- 2019 in Berlin und Hamburg) sowie eine Konfliktanalyse anhand von Videoaufnahmen (Datengrundlage: 124 Standorte in Berlin mit jeweils 8- stündigen Videoaufnahmen). Die Datenklassifizierung in 3 Hauptcluster (Knotenpunktarme, homogene Streckenabschnitte, Haltestellenbereiche) und dazugehörige Feincluster ist hierbei das verbindende Element. Es wurden insgesamt 431 relevante Unfälle sowie 1.374 Konflikte gemäß Klassifizierung erfasst und hinsichtlich der Sicherheitsrisiken ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen allgemein, das homogene Streckenabschnitte die höchsten Unfallzahlen aufwiesen, während Haltestellenbereiche besonders konfliktträchtig waren. Weiterhin sind an homogenen Streckenabschnitten schmale Radwege unfallreicher/ konfliktreicher als breite Radwege und in Haltestellenbereichen sind Radwege an Bushaltestellen mit der Führung vor dem Wartebereich unfallreicher/ konfliktreicher als hinter dem Wartebereich. Insgesamt hat das Forschungsprojekt bestätigt, dass teilweise erhebliche Unfall- und Konfliktmengen/ bzw. raten an vielen innerstädtischen verkehrlichen Infrastrukturelementen existieren.
Literaturhinweise
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